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Krankenhaus der Luth. Kirche Tanzania
Ilembula / Südtanzania 21.03.2006 16:32:47 Westeuropäische Normalzeit
Hallo Herr Wurm
und Frau Majewski,
Inzwischen sind wir in Ilembula angekommen und haben Zeit, den
versprochenen Bericht ueber unseren Aufenthalt in Kitandililo zu
verfassen.
Zunaechst
moechten wir uns nocheinmal fuer diese einmalige Gelegenheit bedanken,
die sie uns ermoeglicht haben, noch dazu auf so unkomplizierte und spontane
Weise.
Nach einer
langen und erlebnisreichen Fahrt von Nairobi ueber Daressaalam nach
Makambako erhofften wir Mr Mgaya bei der Busstation anzutreffen.
Allerdings war es auch nur eine
sehr vage Hoffnung, da wir ihm lediglich am Abend
zuvor eine sms schickten in der wir unsere Ankunft ankuendigten. Da er
nicht da war erinnnerten wir uns daran, dass das Buero der Kirche in der
Naehe sei, worauf wir es aufsuchten und
auch prompt Erfolg hatten. Der neue District
Pastor, seine Frau und der Sekretaer des Pastors hiessen uns sehr warm
und herzlich willkommen und nachdem wir einen Tee getrunken und im Gaestebuch
unterschrieben hatten fuhren wir alle gemeinsam
nach Kitandililo. Wie Sie
wissen ist die Strasse ja nicht die Beste und der Hoehepunkt
der Reise war das gemeinsame Schieben des Pickups ueber eine lehmige
Steigung. .
Unsere Ankunft
war dann auch eine grosse Ueberraschung weshalb wir auch die erste
Nacht im Haus des Pastors Mr Chatanda einquartiert wurden und dort liebevoll
und gastfreundlich verpflegt wurden. Am meisten beeindruckt waren wir
wirklich von der unglaublich warmen und herzlichen Art mit der wir empfangen
wurden, obgleich wir ueberraschend und mitten in der Nacht vor dem Haus
auftauchten.
Wir waren auch
untroestlich darueber, dass Mr Mgaya auf Grund eines Missverstaendnisses
offenbar am Morgen vor unserer Ankunft einige Stunden am Zug
auf uns gewartet hatte.
Schon am Abend
unserer Ankunft hatten wir die Gelegenheit mit Mr Mgaya, Mr Chatanda,
Mr Kihombo und auch Mr Udope ( der neue Cashier und Laborassistent der
Dispensary) ein kleines Kennenlerngespraech zu fuehren. Am
naechsten Tag zogen wir in das Gaestehaus der Dispensary um, das fuer uns
sehr liebevoll und mit Koechin vorbereitet worden war.
An das Gefuehl, von einer Frau staendig bekocht und umsorgt zu werden konnten wir uns zwar nie richtig gewoehnen, aber Mr Mgaya hat schon
Recht wenn er sagte, dass wir nur mit offenem Feuer wohl verhungert waeren.
Zur Dispensary haben wir natuerlich am meisten zu erzaehlen, da wir dort
taeglich von 9-14:30 “arbeiteten”
und uns auch sonst sehr viel dort aufhielten.
Das neue
Gebaeude in dem sich das Labor befindet ist zwar noch ziemlich leer, aber
der Plan es mal als Zahnarztpraxis, Labor und HIV-Beratungsstelle zu
nutzen hat uns gut gefallen. Auch jetzt wird dort schon der ein oder
andere Zahn gezogen und Mr Mgaya unterrichtet eigentlich taeglich ein bis
2 Stunden seine 4 Schueler. Auch Julia konnte da ein bisschen
helfen indem sie sich als Englischlehrerin einen Namen machte. Natuerlich
arbeitet auch Mr Udope bereits und diagnostiziert mithilfe von Mikroskop
und Handzentrifuge fleissig Malaria und andere fiese Parasiten. Mr Mgaya
leitet die Dispensary wie sie ja wissen sehr souverän, mit viel Weitblick
und grossen Plaenen und wir sind der Meinung, dass er das ihm anvertraute
Geld in der besten erdenklichen Weise einsetzt.
Die Dispensary
ist Anlaufspunkt fuer Menschen auch aus weit entfernten Doerfern und das
liegt sicher zum Grossteil an der Arbeit von Mr Mgaya und seinem Team.
Besonders angetan waren wir auch von der Hebamme Mrs Lupenza. Einmal kamen
viele Muetter mit Neugeborenen zum Impfen, Wiegen und Durchchecken, und
fuer uns war es ein besonderes Erlebnis unter der Aufsicht von Mrs Lupenza
das erste mal Impfungen durchfuehren zu koennen. Als wir sahen wie sie den
Muettern alles genau erklaerte dachten wir gleich daran,
dass Sie, Herr Wurm uns einmal sagten, dass eine starke Frau fuer die
Erwachsenenbildung noetig sei. Wir glauben beide, dass Mrs Lupenza
durchaus sehr viel Potential hat, auch wenn das leider oft in Anwesenheit
von Maennern uebersehen wird. Es hat uns auch sehr gefreut, Mr Mgaya bei
der Uebersetzung von einigen deutschen Texten und trotz unserer
Unerfahrenheit auch in Computerdingen tatkraeftig helfen zu koennen. So
ist Mr Mgaya jetzt stolzer Besitzer eines Bildschirmschoners der seinen
Namen in Regenbogenfarben anzeigt. Er hatte viele Fragen auch zu Geraeten
und auch einige Wuensche, die wir alle notiert haben und Ihnen am besten
persoenlich uebergeben. Zusammen uebrigens mit 6 Filmen und einigen
Briefen die Sie ueber das Neueste aus Ihrer Partnergemeinde aufklaeren
sollen.
Ansonsten hatten wir nachmittags und abends viel Gelegenheit , meist in
Begleitung von Mr Mgaya und Mr Udope
die sich sehr ruehrend um uns gekuemmert haben, das Dorf und seine
Menschen kennenzulernen. Auch das war eine sehr beeindruckende Erfahrung.
Die Landschaft ist wunderschoen, die Menschen interessiert und freundlich
und die Natur sehr gruen, da wir gluecklicherweise in der Regenzeit hier
sind.
Als wir extra
zur primary school des Dorfes liefen um Fotos mit den Trikots zu machen
waren wir umringt von 600 Schuelern, die hauptsaechlich mit offenen
Muendern und offenen Augen um uns rumstanden.
Der
Gottesdienst Sonntags hat uns auch sehr beeindruckt, obgleich wir in
Deutschland eher zu den selteneren Kirchgaengern gehoeren. Dort
wurden wir auch den Dorfbewohnern vorgestellt und einer der drei Choere
sang extra uns zu Ehren ein Lied. Wie bereits erwaehnt beeindruckte uns
die gastfreundliche Art der Menschen besonders vor allem wenn man die
wirtschaftlichen Verhaeltnisse bedenkt unter denen die meisten dort zu
leiden haben.
Auch Ihr gut
durchdachtes Tierprojekt scheint bestens zu florieren, so konnte man sich
kaum im Umkreis des Pfarrhauses bewegen ohne ueber ein Schwein, eine Kuh
oder ein Huhn zu stolpern.
Mr Mgaya hat
uns mit seiner liebevollen Art wirklich beeindruckt und uns zu allem
Ueberfluss auch noch bis hierher nach Ilembula begleitet.
Es war wirklich
eine tolle Erfahrung und wir sind dankbar dafuer, dass Sie uns das
ermoeglicht haben.
Vielen Dank und
bis bald, liebe Gruesse aus Ilembula, Ihre Julia und Philipp
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