| Khanga und Kitenge sind Bezeichnungen für
bunt bedruckte Stoffe
In Ostafrika haben fast alle Frauen mindestens eine doppelte Khanga,
in Mombasa einige Frauen der Mittelschicht bis zu 200 Stück. Von
Madagaskar über die Inseln vor der ostafrikanischen Küste bis Oman,
von den Comoren bis zur Demokratischen Republik Kongo(DRC) gehört die
Khanga zur beliebtesten Frauen-Kleidung. Richtung Kinshasa und überall
an der Küste Westafrikas herrscht die Kitenge. In der DRC treffen sich
also West- und Ostafrika.
Der Khanga-Handel ist ein Millionen-Geschäft. In Tansania ist er für
mindestens sechs Textilwerke sehr wichtig, für eines in Kenia. In
Ostafrika schafft er Arbeit für Tausende von Händlern. Um den Bedarf
decken zu können, importiert man auch viele Khangas aus Indien.
Wie unterscheiden sich eine Khanga von einer Kitenge?
Eine Khanga ist ein rechteckiges Stück Stoff mit einer Bordüre auf
allen vier Seiten, einer Aufschrift und einem Motiv in der Mitte. Das
kann eine Kaffeekanne sein, ein geometrisches Blumenmuster und vieles
andre. Khangas werden immer als Paar verkauft und bestehen meistens aus
Baumwolle. Die Texte reichen von guten Wünschen bis zu Gehässigkeiten.
Bei den Küstenleuten wird die Khanga gern für den Austausch von
Botschaften benutzt. Die Kitenge dagegen wird in Ballen verkauft. Ihre
Blumen und Muster können denen der Khanga ähneln. Aber sie haben weder
ein Motiv in der Mitte, noch ist ein Text aufgedruckt.
1850 bis 1870 tauchten die Khangas erstmalig auf, und zwar auf
Sansibar. Sie sind eng verwandt mit dem portugiesischen Leso, der die
Form eines Schals hatte. Näht man sechs Lesos aneinander, erhält man
das Maß einer Khanga.
Die Art, die Khanga zu tragen, variiert von einer kulturellen Gruppe
zur anderen.
(Aus der Zeitung: The East African 2.8. 2004)
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